Aktuelles

Aktuelle Arbeit zum Thema Maternale Mortalität – Deutschland im Vergleich

Aktuelle Arbeit zum Thema Maternale Mortalität – Deutschland im Vergleich

Veröffentlicht von J. Königbauer (JFK) am 29.9.2024
Aktuelles >>

Zusammenfassung

Hintergrund

Nach den Daten der Weltgesundheitsorganisation WHO starb im Jahr 2020 alle 2 min eine Frau in Zusammenhang mit Schwangerschaft und Geburt. Obwohl zwischen den Jahren 2000 und 2020 die maternale Mortalitätsrate (MMR, mütterliche Todesfälle/100.000 Lebendgeburten) um 34 % weltweit gesenkt werden konnte, ist das Millennium-Ziel nicht erreicht worden. Die offizielle MMR 2020 in Deutschland liegt mit 4,4 im internationalen Vergleich deutlich niedriger. Allerdings stellt sich hier die Frage, ob und wie alle Todesfälle suffizient erfasst und analysiert werden können.

 Material und Methoden

2 publizierte Arbeiten der eigenen Arbeitsgruppe, welche die maternale Mortalität in Berlin untersuchten, werden in dieser Arbeit näher beleuchtet.

 Ergebnisse

Die offiziellen Totenscheine waren nur in 26,8 % der Fälle in der für die Analyse relevanten Rubrik vollständig ausgefüllt. Über eine detaillierte Recherche für den untersuchten Zeitraum von 2019–2021 konnten insgesamt 14 maternale Todesfälle identifiziert werden, sodass sich real eine MMR von 9,1 im Vergleich zur offiziell über die Perinatalstatistik erhobenen Zahl von 3,9 ergab.

Schlussfolgerung und Ausblick

In Deutschland gibt es keine offizielle Möglichkeit und Pflicht einer vollständigen Registrierung mütterlicher Todesfälle. Somit folgt auch keine systematische vertrauliche Aufarbeitung, welche in Präventionsstrategien münden könnte. Das 2024 neu geschaffene Register „GeMoRe“ soll erstmalig exemplarisch für das Bundesland Berlin eine vollständige Erfassung und Analyse ermöglichen.

 

 

Zuletzt geändert am: 29.9.2024 um 12:55

Zurück